Liebe Münchnerinnen und Münchner!
Der Mensch ist, wie alle Lebewesen, auf
saubere Luft, unbelastete Böden, trinkbares Wasser und intakte Naturräume
angewiesen. Leider werden von Politikern oft kurzfristige Entscheidungen
getroffen, die zwar heute einzelnen Bürgern und Wirtschaftsbetrieben zu Gute
kommen, für die Zukunft jedoch Abfälle, verschmutzte Lebensräume, ausgebeutete
Ressourcen und Schulden hinterlassen. Dem wollen wir entgegenwirken.
Leben
erhalten statt vor Sachzwängen kapitulieren - das muss auch für München gelten.
Die Ökologiebewegung, aus der die ödp
hervorgegangen ist, hat als erste auf die natürlichen Grenzen des Wachstums
aufmerksam gemacht. Sie setzt sich für eine Abkehr von der Doktrin der
Notwendigkeit ständigen wirtschaftlichen Wachstums ein, denn angesichts
begrenzter Ressourcen kann es kein unbegrenztes Wachstum geben. Unser
Wirtschaftssystem muss so nachhaltig werden, dass die Lebensgrundlagen auch für
zukünftige Generationen erhalten bleiben.
Die weit reichenden Entscheidungen fallen auf
nationaler und internationaler Ebene. Dennoch kann in der Kommunalpolitik viel
erreicht werden, wenn ihr Spielraum voll genutzt wird, um Energieerzeugung,
Verkehr und Bebauung nicht zur Belastung werden zu lassen.
Die ödp ist bis heute die einzige Partei, die
der Bewahrung der gemeinsamen natürlichen Lebensgrundlagen im globalen und
lokalen Rahmen Vorrang vor allen entgegenstehenden Sonderinteressen einräumt.
In diesem Wahlprogramm zeigen wir Ihnen unsere Vision von München -
Sie
werden sehen - es geht auch anders!
Unsere ökologischen und ökonomischen Ziele
Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen
ist langfristig die Voraussetzung für alles menschliche Leben und Wirtschaften:
Ökologie ist Langzeitökonomie.
Wir können auf Dauer nicht mehr an Rohstoffen
verbrauchen, als in natürlichen Kreisläufen wieder entsteht und nicht mehr
Abfälle produzieren, als unsere Umwelt verkraftet. Das heiߴ: Wir müssen in vielen Bereichen
unser Handeln verändern.
Die Sonne spendet uns auch in Deutschland ein
Vielfaches der fossilen und atomaren Energie, die wir derzeit verbrauchen -
aber wir nutzen sie kaum. Unsere gesamte Wirtschaft, einschließlich der Agrarindustrie, basiert auf
den Rohstoffen bzw. Energieträgern Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran. Diese werden jedoch
in wenigen Jahren knapp und sehr teuer - unsere Versorgungssicherheit steht auf
dem Spiel. Sogar Krisen in der Nahrungsmittelversorgung sind zu erwarten!
Alternative Energien und Rohstoffe müssen deshalb und aufgrund des allgemein
bekannten - potenziell auch für uns schädlichen - Treibhauseffekts massiv
gefördert werden.
Die ödp kämpft deshalb auch in München für die
Energiewende und ein anderes Energiekonzept:
1. Drastische
Reduzierung der Energieverschwendung
2. Umstellung der
Energieversorgung auf erneuerbare Energiequellen
3. Schnellstmöglicher
Ausstieg aus der Atomenergie und den fossilen Energieträgern
Das bedeutet für München:
1. Drastische Reduzierung der Energieverschwendung
1.1 Energiesparvorgaben in
allen neuen Bebauungsplänen und Baugenehmigungen
im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und Kontrolle der Umsetzung
1.2
Vorbildfunktion der Stadt und ihrer Beteiligungsgesellschaften
durch Energieeinsparung in ihren Gebäuden:
-
Verbesserung der Wärmedämmung, effizientere Heizung,
Warmwassersparen
-
Abschalten der PCs und ihrer Peripherie nach Büroschluss, statt
der bisher üblichen Stand-by-Schaltung
-
Überprüfung der Straßen- und Gebäudebeleuchtung
auf
Einsparmöglichkeiten
1.3 Umwandlung der Stadtwerke München GmbH und
ihrer Tochtergesellschaften im Energiebereich in einen zukunftsorientierten Energiedienstleister:
-
Die Stadtwerke Versorgungs GmbH wandelt
sich vom reinen Energieversorger zum Dienstleister
mit Einsparzielen.
-
Die Stadtwerke München intensivieren ihre Beratungsleistungen auf
dem Gebiet der Energieeinsparung.
-
Vermehrte Installation von 24-Stunden-Zählern, um eine Verlagerung
von den Hauptverbrauchszeiten in den Schwachlastbereich zu bewirken und damit
die Verbrauchsspitzen zu reduzieren.
-
Die Stadtwerke München GmbH und deren Tochtergesellschaften
verbleiben zu 100% im Eigentum der Landeshauptstadt München.
2. Umstellung der
Energieversorgung auf erneuerbare Energiequellen: Erzeugung der trotz Umsetzung
aller Einsparmöglichkeiten benötigten Restenergiemenge durch Nutzung von
regenerativen Energien:
2.1 Die ödp setzt im Energiebereich, wie auch in anderen
Bereichen, auf dezentrale Lösungen. Dezentrale Solaranlagen zur Produktion von
Warmwasser und Strom und dezentrale Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Strom
und Wärme liefern (Kraft-Wärme-Kopplung) sind bevorzugt zu fördern.
2.2 Vereinfachte Genehmigung und Förderung von aktiver und
passiver Sonnenenergienutzung, auch als Nachrüstung bei Altbauten;
bauplanerische Berücksichtigung bei allen Neubauten; städtische Gebäude dabei
als Vorbild; Förderung der Ansiedlung von Unternehmen der Solartechnik, die in
enger Zusammenarbeit mit den Nutzern die Systeme optimieren
2.3 Förderung der Nutzung von in nachhaltiger und
umweltverträglicher Landwirtschaft gewonnenem Pflanzenöl als CO2-neutraler Alternative zum Erdöl. Auch die städtische
Fahrzeugflotte, einschließlich der
Fahrzeuge der Beteiligungsgesellschaften, soll sukzessiv auf Pflanzenöl
umgerüstet werden.
2.4 Die ödp wird mit aller Kraft dafür eintreten, dass sich die
Stadtwerke zur Sicherstellung der Münchner Energieversorgung anstatt am Bau
neuer Kohlekraftwerke an zukunftsträchtigen Projekten zur Energiegewinnung aus
erneuerbaren Energien beteiligen: Solarthermie- und
Solarstromanlagen, Windkraft-werke, Geothermie- und Biogasanlagen, Blockheizkraftwerke,
Projekte zur Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen in nachhaltiger und
umweltverträglicher Landwirtschaft (z.B. Mischfruchtanbau, Jatropha-Anbau).
3.
Schnellstmöglicher Ausstieg aus der Atomenergie und den fossilen Energieträgern
3.1
Unser vorrangiges Ziel: Ausstieg aus der Atomenergie
-
München unabhängig von Atomstrom! Die AKWs Isar I und II sollen
wie alle anderen Atomkraftwerke baldmöglichst abgeschaltet werden; ein bloßer Verkauf der städtischen Beteiligung genügt dafür nicht und hätte nur
den Verlust von Einflussmöglichkeiten zur Folge.
Unabhängig von den
Gefahren durch den laufenden Betrieb und der Tatsache, dass das Problem der
Endlagerung von radioaktivem Atommüll immer noch nicht gelöst ist, sind die
Atomkraftwerke als Ziele terroristischer Angriffe eine beständige Bedrohung von
Leben und Gesundheit der Münchner Bevölkerung.
Nach wie vor besteht im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet die
Möglichkeit einer atomaren Katastrophe: Temelin
bedroht uns alle.
Eine Reaktor-Kernschmelze in Temelin
oder in einem der bayerischen Atomkraftwerke
würde Bayern für Jahrtausende verstrahlen. Die Aufbauleistung vieler
Generationen wäre plötzlich wertlos, ein normales Leben auch Jahrzehnte nach
der Atomkatastrophe nicht mehr denkbar.
Vor diesem Hintergrund ist es für uns unverständlich, dass die
Bayerische Landesbank, in deren Verwaltungsrat rund die Hälfte der bayerischen
Regierungsmitglieder sitzt, einen Großkredit an den Temelin-Betreiber
CEZ genehmigt hat. Hätte damals
die Staatsregierung die Zustimmung zu diesem Kredit von einem Baustopp in Temelin abhängig gemacht, müssten die Menschen in Bayern
jetzt nicht mit dieser unvorstellbaren Gefahr leben.
Die ödp hat durch ein Bürgerbegehren den Weltkonzern E.ON zum
Bruch mit Temelin gezwungen: Die Verträge mit CEZ
wurden gekündigt. Danach sind mehrere Versuche der tschechischen Regierung, Temelin zu privatisieren, gescheitert. Westliche Konzerne
befürchten seither bei einem Kauf des Temelin-Betreibers
CEZ großen Imageverlust. Durch diese Vorarbeit der ödp steigt nun die
Chance, dass sich die tschechische Regierung doch noch auf Stilllegungshilfen
aus der EU-Kasse einlässt.
3.2 Ausstieg statt Ausstiegsschwindel
Die Bundesregierung müsste der Atomlobby nur alle Subventionen und
Steuersondergeschenke streichen, und schon würde Atomstrom auf
marktwirtschaftlichem Weg so teuer werden, dass die Marktkräfte den Ausstieg
übernehmen würden.
Stattdessen hat Rot-Grün der Atomindustrie eine
Kilowattstunden-Abnahmegarantie gegeben. Das bedeutet: Jeder Energiesparer
verlängert durch sein Engagement die zeitliche Dauer des Atom-Abenteuers, weil
die Atomwirtschaft eine feste Abnahmegarantie hat. Mit diesem
Ausstiegsschwindel haben sich die Grünen als Vertreter der
Anti-Atomkraftbewegung verabschiedet.
In Bayern wäre alles beim alten geblieben, hätte nicht die ödp mit
ihrer außer-parlamentarischen
Initiative erreicht, dass fünf für ein neues Atomkraftwerk vorgesehene Standorte gestrichen wurden.
3.3 Atomkraftwerke
halten Terroranschlägen nicht stand
Nach den schrecklichen Terroranschlägen in den USA erklärte sogar
die atomkraftfreundliche Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), dass auch
deutsche Atomkraftwerke einem Terroranschlag durch große Flugzeuge nicht standhalten würden. Die
Voraussetzungen für den Betrieb der Anlagen sind damit endgültig nicht mehr
gegeben. Die Bevölkerung wurde jahrzehntelang mit haltlosen Versicherungen
getäuscht. Alles was bisher von Atomkraftbefürwortern zur Katastrophensicherheit
gesagt wurde, ist Makulatur. Unter diesen Bedingungen wäre auch ein weiterer
Rückbau von Katastrophenschutzeinrichtungen, wie er nach Ende des kalten
Krieges eingesetzt hat, unverantwortlich gegenüber der Münchner Bevölkerung.
Der im rot-grünen Atomkonsens vereinbarte Betrieb bayerischer Atomkraftwerke
bis über das Jahr 2020 hinaus ist unverantwortbar. Alle Atomanlagen müssen
schnellstmöglich stillgelegt werden.
3.4 Atom-Ausstieg
auch in Garching
Die ödp fordert: Der Forschungsreaktor FRM II in Garching muss
schnellstmöglich stillgelegt werden. Die Stadt muss alles tun, um den
Weiterbetrieb des Atomreaktors FRM II in Garching zu stoppen, denn der Betrieb
eines Atomreaktors im dicht besiedelten Ballungsraum München ist nicht zu
verantworten. Neutronen für die Forschung mittels der gefährlichen Kernspaltung
und zudem mit hoch angereichertem, atomwaffenfähigem Uran zu erzeugen ist nicht
erforderlich, sondern unverantwortbar. Die Entsorgung des entstehenden FRM
II-Atommülls, der ebenfalls atombombenfähig ist, ist nicht gelöst.
Die Stadt München hat sich außerdem dafür einzusetzen, dass die radioaktiven Einleitungen in die Isar durch den
Atomforschungsreaktor FRM II, das Zyklotron und die Radiochemie sofort
dauerhaft unterbunden werden.
3.5 Keine Expansion der
Stadtwerke München in die Kohleverstromung
Rot-Grün hat im Oktober 2006 eine Beteiligung
an einem neuen Kohlekraftwerk (Herne 5) beschlossen. Ein Ausstieg aus diesen
Verträgen ist zu prüfen. Die Stadtwerke München dürfen sich an keinen weiteren
Kohlekraftwerken beteiligen, wie dies Rot-Grün im Jahr 2007 im Münchner
Stadtrat geplant hatte. Erst aufgrund des Protests der ödp und verschiedener
Umweltgruppen wurde die von Rot-Grün begonnene Expansion der Stadtwerke in die
Kohleverstromung gestoppt.
Die Münchner Verkehrspolitik ist verfahren.
Jahr für Jahr steigt die Belastung der Münchner Bürger durch Feinstaub und Lärm
aus dem Straßenverkehr. Doch Rot-Grün unternimmt
fast nichts. Die Ma߮ahmen zur Feinstaubreduzierung
werden von einem Jahr aufs andere verschoben, zunächst von 2006 auf 2007, jetzt
auf 2008 und dann vielleicht auf 2009. Statt die Verkehrsverlagerung von der
Straße auf die Schiene zu forcieren, hat Rot-Grün ein
Investitionsprogramm für die nächsten fünf Jahre beschlossen mit rund 600
Millionen Euro Investitionen für den Ausbau des städtischen Straßennetzes und nicht einmal die Hälfte für U-Bahn (rund 200 Millionen)
und Tram. Der umfangreiche Trambahnausbau, vom Stadtrat bereits vor mehreren
Wahlperioden beschlossen, wird ständig verschoben. Ebenso der Bau der für
bessere Umsteigemöglichkeiten noch fehlenden wenigen Kilometer U-Bahn.
Die CSU will riesige Summen in Transrapid und
Flughafen (3. Startbahn) investieren, während beim Ausbau von S-Bahn und
Regionalverkehr die notwendigen Investitionen von einem Jahrzehnt aufs nächste
verschoben werden. Die Pendler und Ausflügler dürfen derweilen in überfüllten
und verspäteten Zügen oder im Auto-Stau stehen. Im Güterverkehr hat die Bahn AG
immer mehr Unternehmen die Gleisanschlüsse gekappt. Die CSU und Rot-Grün haben
nicht einmal protestiert. Globaler Klimawandel und lokale Luftverschmutzung
sind in steigendem Ausmaß durch
Flugverkehr und Autoverkehr bedingt. Trotzdem scheint das Thema für die Mehrheit der
gelben, grünen, roten und schwarzen Politiker kaum
Bedeutung zu haben. Sie handeln jedenfalls nicht, und das seit Jahrzehnten.
Subventionen für Flugverkehr und Autoverkehr sind alltäglich. Eine City-Maut,
in Großstädten wie
London oder Stockholm inzwischen selbstverständlich, kann dem entgegenwirken
und dazu beitragen, den Autoverkehr zu verminden.
Die ödp
sagt, es geht auch anders:
Die (Stadt-)Politik muss umweltfreundlichere
Verkehrsmittel, wie Rad und Bahn, besser fördern, und zugleich
umweltschädlichere Verkehrsmittel, wie Flugzeug und Auto, stärker belasten.
Verkehrsvermeidung
Ein beträchtlicher Teil des Verkehrs in München ist auf lange
Anfahrtswege zum Arbeitsplatz zurückzuführen. Arbeitsplatz und Wohnort sollen
wieder näher zusammenrücken. Dazu ist die Entspannung des Wohnungsmarktes
Voraussetzung. Nur wer auswählen kann, hat die Möglichkeit in der Nähe seines
Arbeitsplatzes zu wohnen. Es ist falsch, noch mehr Arbeitsplätze nach München
zu verlagern. Pendler sollen an ihren Wohnorten qualifizierte Arbeitsplätze
vorfinden.
Einkaufsverkehr kann
vermieden werden, in dem die Stadtteilzentren gestärkt werden; Großmärkte abseits der
Siedlungsschwerpunkte sollen nicht mehr genehmigt werden. Das Ausweisen
weiterer überdimensionierter Einkaufzentren wie in der Messestadt Riem lehnen wir ab; nachweislich führen solche
Einkaufszentren zu einem hohen Aufkommen überörtlichen Verkehrs und erschweren
die Existenz zahlreicher kleinerer, dezentraler Fachgeschäfte.
Der Güterverkehr
kann durch dezentrale Produktion wesentlich verringert werden, denn es ist
unsinnig, überall herstellbare Massenartikel durch halb Europa zu
transportieren. Qualitativ hochwertige Güter, die von örtlichen
Handwerksbetrieben bei Bedarf repariert werden können, bedeuten im Vergleich zu
kurzlebigen importierten Massenwaren nicht nur weniger Abfall, sondern auch
weniger Verkehr.
Transrapid und Flugverkehr
Den Bau des
Transrapids in München lehnen wir ab. Es ist absehbar, dass weitere
Investitionen in die Transrapid-Technologie verlorenes Geld sind. Der
Transrapid ist aufgrund seiner enorm aufwändigen Trassentechnik zu teuer und
bietet gegenüber modernen Hochgeschwindigkeitszügen kaum noch einen
Geschwindigkeitsvorteil. Da die Punkt-zu-Punkt-Verbindung
zum Hauptbahnhof für alle anderen Reiseziele innerhalb und außerhalb Münchens
ein Umsteigen erfordert, schwindet der Zeitgewinn des Transrapids schnell
dahin.
Es ist eine
unsinnige und gewaltige Verschwendung von Steuergeldern, ein Verkehrsmittel,
das für Langstrecken konzipiert ist, auf einer Kurzstrecke einzusetzen. Diese
Mittel fehlen, wenn der öffentliche Nahverkehr attraktiver werden soll.
Gefährdet werden durch den Bau des Transrapid die Express-S-Bahn
und sinnvolle Bahnverbindung zum Flughafen, die nicht nur den Fluggästen,
sondern der ganzen Bevölkerung nützen. Zudem würde die geplante Trasse
Naturschutzgebiete zerstören und die Isarauen durchkreuzen, die als FFH-Gebiet, Landschaftsschutzgebiet und Bannwald geschützt
sind.
Der nationale und
internationale Flugverkehr ist die klimaschädlichste Art der Fortbewegung.
Deshalb darf Fliegen nicht weiter subventioniert werden. Als Miteigentümer des
Flughafens soll München eine kapitalmarktübliche Verzinsung aller für den
Flughafen eingesetzten Investitionen fordern. Die Flughafengebühren sind
solange zu erhöhen, bis dieses erreicht ist. Dem Flughafen wurden seit 1972
Kredite in Höhe von 1,3 Milliarden Euro zinslos zur Verfügung gestellt.
Langstreckenflüge werden am Flughafen München zusätzlich subventioniert, indem
die Fluggesellschaften je 1000l Kerosin noch 13 Euro aus Steuermitteln
geschenkt bekommen. Billigflüge müssen schnellstmöglich der Vergangenheit
angehören, sie sind nichts als eine künstlich erhöhte Steigerung der Nachfrage.
Die dritte Startbahn
darf nicht gebaut werden, da der Flugverkehr reduziert und nicht ausgeweitet
werden soll. Die Benutzung des Flugzeugs für eine Reise innerhalb Deutschlands
ist unverantwortlich. Um sowohl diese Flüge als auch nationale Anschlussflüge
unattraktiv zu machen, ist es unabdingbar, den Flughafen ans Regional- und
Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn anzuschließen. Hierzu sind der Bau des Erdinger
Ringschlusses, der Walpertskirchener Spange und der
Neufahrner Kurve gute Optionen.
Die Anwohner von
Flughäfen, auch von kleinen wie in Oberpfaffenhofen, Fürstenfeldbruck oder Jesenwang, müssen für die Lärmbelästigung vom Verursacher
großzügig entschädigt werden, da sowohl
die Lebensqualität als auch den Wert von Eigenheimen der
Anwohner stark in Mitleidenschaft gezogen wird.
Umweltschonende
Verkehrsmittel
Pkw und Lkw sind nach dem Flugzeug anerkanntermaßen die umweltschädlichsten Verkehrsmittel. Eine einseitige Verkehrspolitik hat sie trotzdem
über Jahrzehnte hinweg begünstigt.
Die von der ödp
geforderte Steuerreform für Arbeit und Umwelt wird die wahren Kosten des
Autoverkehrs sichtbar machen und so das Umsteigen auf umweltschonende
Verkehrsmittel fördern. Das ist leider mit der derzeitigen Ökosteuerregelung
nur teilweise erreicht, da auch Energie aus regenerativen Quellen sowie Energieverbrauch
im ÖPNV besteuert wird.
Radverkehr
Die meisten Wege im
innerstädtischen Verkehr sind weniger als fünf Kilometer lang. Für solche
Entfernungen ist das Fahrrad am besten geeignet. Unbehindertes, angstfreies
Radfahren ist in München immer noch zu wenig möglich. Andere Städte sind uns
hier weit voraus.
Wir fordern deshalb:
-
Errichtung eines flächendeckenden,
lückenlosen Radwegenetzes; dazu Umgestaltung von Seitenstraßen parallel zu den Hauptverkehrsstraßen zu Radstraßen, die für Pkws (außer für Anlieger)
gesperrt sein sollen, und unbürokratische Öffnung weiterer Einbahnstraßen für Radfahrer in der Gegenrichtung. Radfahrwege sollen nicht zu Lasten der Fußgänger gehen, außer wenn sie Fußgängerzonen kreuzen.
-
Die Beschilderung von Fahrradwegen ist
zu verbessern. Fahrradwege sollen, wie es in vielen Städten üblich ist,
einheitlich farbig markiert werden.
-
Erweiterung der Abstellmöglichkeiten,
auch auf Kosten von Parkplätzen; stabile Radständer, die das Diebstahlrisiko
vermindern; Verpflichtung zum Ständerbau bei Neubauten.
-
Erhöhung der Mittel für den Straßenunterhalt zu Lasten der Mittel von Straßenbau-Investitionen, da Schlaglöcher und andere Schäden von Radwegen
und Straßen für Radfahrer besonders
unangenehm, zuweilen sogar gefährlich sind.
-
Fahrradfreundliche Straßenplanung und Ampelschaltung.
-
Fahrradmitnahme in S-Bahn, U-Bahn, Tram
und Bus soll rund um die Uhr möglich sein. Bei Bedarf ist die Taktfrequenz zu
erhöhen und es sind zusätzliche Fahrradabteile einzurichten. Die Kombination
von Fahrrad und Öffentlichem Personenverkehr ist gerade auf längeren
innerstädtischen Strecken eine attraktive, schnelle Alternative zum
Autoverkehr.
MVV und öffentlicher Personennahverkehr
Das Angebot an
öffentlichen Verkehrsmitteln muss so verbessert werden, dass sich ein Großteil des motorisierten
Individualverkehrs auf diese verlagert.
Wir fordern einen attraktiven MVV und Regionalverkehr:
-
Verdichtung der Taktzeiten, auch am
Abend und am Wochenende, Ausbau des Nachtliniennetzes.
-
Die S-Bahn-Verbindungen sollen deutlich
verbessert werden. Alle Mitteläste sind für einen
10-Minuten-Takt, die Außenäste
für einen 20-Minuten-Takt auszubauen. Der seit Jahrzehnten diskutierte
S-Bahn-Ring (der am Südring u.a. den
Streckenabschnitt Heimeranplatz-Ostbahnhof und am
Nordring den Streckenabschnitt Moosach-Johanneskirchen
bedient) ist endlich zu verwirklichen. Für Fernpendler und Wochenendausflügler
sollen die Regionalzugangebote deutlich ausgebaut werden.
-
Statt der Realisierung der 2.
Stammstrecke: Bau eines 2-gleisigen City-Tunnels, der, wie im Projekt München 21 vorgesehen, den Hauptbahnhof über
das Sendlinger Tor direkt mit dem Ostbahnhof
verbindet. Dieser Tunnel kann neben den vier verkehrenden Regionalzügen bis zu
12 S-Bahnen pro Stunde aufnehmen und schafft dadurch die notwendige Kapazität
für einen 10-Minuten-Takt auf allen Außenästen bzw. für die Einführung von Express-S-Bahnen.
Dieser Tunnel ist nur halb so lang wie die 2. Stammstrecke, liegt in weit
geringerer Tieflage und ist somit viel kostengünstiger und sicherer; der
Ostbahnhof wird bei dieser Alternative nicht von vielen S-Bahn-Linien
abgekoppelt.
-
Statt der Realisierung des Transrapids:
Viergleisiger Ausbau der Strecke Daglfing-Johanneskirchen zur Errichtung einer Express-S-Bahn (München Airport Express), die vom Hauptbahnhof
durch den neuen Citytunnel nur 20 Minuten zum Flughafen benötigt. Auch eine
Führung von Regionalverkehr über diese Strecke ist denkbar.
-
Im U-Bahn-Bau sollen folgende
Verknüpfungen mit der S-Bahn realisiert werden: Verlängerung U5 nach Pasing (4 Haltestellen), U4 nach Englschalking
(3 Haltestellen), U6 nach Planegg (4 Haltestellen), U1 zur Fasanerie (3
Haltestellen), U3 nach Untermenzing (2 Haltestellen).
Durch diese jeweils recht kurzen Streckenver-längerungen
werden die Umsteigemöglichkeiten und Querverbindungen erheblich verbessert.
Dies führt zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung des MVV.
-
Bei der Trambahn ist der bereits vor
mehreren Wahlperioden vom Stadtrat beschlossene Neubau von Strecken für Ring-
und Tangentiallinien in der kommenden Wahlperiode endlich zu verwirklichen.
Dies betrifft insbesondere die Westtangente (Romanplatz - Machtlfinger
Str./ Linie 12). Gleiches gilt für die Verlängerung der Linie vom Effnerplatz nach St. Emmeran
(Linie 17). Beim Neubau der Schwabinger Tram (Linie 23) fordern wir einen
Lückenschluss zwischen Kurfürstenplatz und Münchner Freiheit (wie auch die Stadtwerke)
und eine Verlängerung der Linie durch den Euro(industrie)park
bis nach Kieferngarten. Die Linie 17 soll von der Amalienburgstr.
zur Blutenburg verlängert werden. Eine Verlängerung
der Tram vom Petuelring zur Detmoldstraße und zur Dülferstraße
(Linie 27) und von der St.Veit-Str.
in die Gartenstadt Trudering (Linie 19) ist zu prüfen. Wir stehen zu einer
weiteren Tram-Beschleunigung und zur Grünschaltung für Linienbusse.
-
Der Ersatz von Trambahnlinien durch
Busse ist wegen des geringeren Gesamtwirkungsgrades zu unterlassen. Die
Umwandlung der Buslinie durch den Englischen Garten in eine Trambahnlinie, um
eine Direktverbindung Schwabing-Bogenhausen zu erreichen, streben wir weiterhin
an.
-
Einrichtung einer Ringbuslinie entlang
des Mittleren Rings mit eigener Fahrspur in den Hauptverkehrszeiten und kurzem
Takt
-
Lücken im Busnetz in den Außenbezirken sollen möglichst bald
geschlossen werden; bei geringer Auslastung sollen kleinere
Busse, Linien- und Ruftaxis eingesetzt werden.
-
Fahrräder sollen einfacher und
günstiger mitgenommen werden können
-
Vereinfachung und Verbilligung des
MVV-Tarifsystems; größere Rabatte für
Dauerkunden und Streifenkarten; Steigerung der Attraktivität
der IsarCard für Stammkunden, z.B. durch die
Einführung von Monatskarten, deren Gültigkeit unabhängig vom Monatswechsel ist
(30-Tage-Karte);
-
Einführung eines Semestertickets für
Studenten.
Güterverkehr
Die verhältnismäßig größte Feinstaub- und Lärmbelastung in der Stadt geht vom Straßengüterverkehr
aus. Seit Einführung der Autobahnmaut fahren Lkw nicht nur
zur Abkürzung durch die Stadt, sondern auch zum Mautsparen. Die ödp fordert
daher eine Ausdehnung der Maut auf den gesamten Straßengüterverkehr, sowie als kommunale Maßnahme
Durchfahrtsbeschränkungen und eine City-Maut.
Den Quell- und
Zielverkehr will die ödp im Stadtgebiet zu einem großen Anteil auf die Schiene verlagern. Da die Bahn AG immer mehr Gleisanschlüsse von
Unternehmen gekappt hat und die von Schwarz-Rot geplante (Teil-) privatisierung der Bahn hier keine Wende bringen wird,
fordert die ödp die Übernahme der lokalen Bahnanlagen in kommunale Trägerschaft
durch die städtische MVG. Die Gleisanschlüsse der Unternehmen in München sind
in Kooperation mit diesen zu erhalten und auszubauen. Dafür sind besonders die
Fördermittel von EU, Land und Bund (z.B. aus dem speziellen Bundesprogramm zur
Förderung von Gleisanschlüssen für Gewerbebetriebe) in Anspruch zu nehmen.
In Zusammenarbeit
mit den Münchner Unternehmen soll die Stadt, basierend auf teilweise bereits
existierenden Studien, ein City-Logistik-Konzept verwirklichen, welches zu
einer Güterverkehrsverlagerung auf die Schiene, auch unter Einbeziehung der
Trambahnstrecken führt.
Autoverkehr
erträglich machen
Verkehrsinfrastrukturen
müssen so gestaltet werden, dass alle vermeidbaren Autofahrten unterbleiben und
immer mehr Haushalte auf ein eigenes Auto verzichten können.
Dazu gehört auch:
-
Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit; Ausnahmen
nur auf Hauptverkehrsstraßen.
-
Verkehrsberuhigte Innenstadt: kein
motorisierter Durchgangsverkehr innerhalb des Altstadtrings
-
Innerhalb des Mittleren Rings:
Nachtfahrverbot für Lastkraftwagen.
-
Um nächtlichen Lärm zu vermeiden:
Nachtfahrverbot in Wohngebieten im Innenstadtbereich zwischen 0 und 6 Uhr,
ausgenommen Anwohner, Lieferfahrzeuge mit Genehmigung, Taxis und
Notfalleinsatzfahrzeuge.
-
Einführung einer City-Maut innerhalb
des Mittleren Rings, deren Höhe an den Energieverbrauch und den Schadstoffausstoß der Fahrzeuge gekoppelt ist. Für Elektroautos und für äußerst sparsame und schadstoffarme Pkws soll die Maut sehr gering sein oder ganz wegfallen; mit zunehmendem Verbrauch soll
die Mautgebühr überproportional anwachsen.
-
Zugleich Schaffung zusätzlicher Park&Ride-Möglichkeiten,
besonders an S-Bahn- und Regionalzughaltestellen für Pendler.
-
Sinnvolle Pkw-Nutzung durch kostenlose
Organisation von Mitfahrgemeinschaften und Förderung von Car-Sharing-Organisationen
-
Erhebliche Ausdehnung der
Parkraumbewirtschaftung innerhalb des Mittleren Rings mit verstärkten
Kontrollen bei gleichzeitiger Umwidmung von Parkplätzen in Stationen von Car-Sharing-Organisationen, Fahrradabstellplätze oder
Grünflächen. Reduzierung der Parkplätze; keine neuen Parkhäuser und Tiefgaragen in der
Innenstadt
-
Entlastung vom Lkw-Verkehr durch Verlagerung von Gütertransporten
auf die Schiene; mehr Gleisanschlüsse für Gewerbeflächen
-
Das vermehrte Pflanzen von Bäumen
entlang Straßen, um sowohl
Lärmbelästigung als auch Abgasbelastung der Anwohner zu
reduzieren.
-
Ein autofreier Sonntag pro Monat auf der Leopoldstraße
-
Ein attraktiver und leistungsfähiger
MVV
Die ödp setzt sich weiterhin dafür ein, dass die Müllvermeidung an
erster Stelle stehen muss und vor der Verwertung und der Verbrennung Vorrang
hat. Leider sind Bund und Land bisher nicht bereit, Wegwerfprodukte und
Einwegverpackungen durch entsprechende Besteuerung wesentlich zu verteuern.
Für eine ökologische Abfallwirtschaft in München sind folgende
Schritte nötig:
-
intensivere bürgerfreundliche
Abfallberatung für die Münchner Haushalte
-
intensivere Abfallberatung für alle
städtischen Einrichtungen
-
Vermittlung von Abfallberatung für
Gewerbebetriebe und Werbung mit den bedeutenden Kostensenkungen durch
Abfallvermeidung
-
Einführung bzw. Verstärkung der
Kontrollen, um die Abfalltrennung in städtischen Gebäuden, Privathaushalten und
Gewerbebetrieben sicherzustellen
-
Sicherstellung der umweltverträglichen
Verwertung der Münchner Abfälle in Kooperation mit den Abfallentsorgungs- und
verwertungsbetrieben. Insbesondere transparente Darstellung der Verwertung der
Haushaltsabfälle, um die Münchner zur Abfalltrennung zu motivieren.
-
Generelle Recyclingpapierverwendung bei
der Stadtverwaltung, den städtischen Einrichtungen, den stadteigenen
Unternehmen und den Druckerzeugnissen Dritter, welche mit städtischen
Zuschüssen gefördert werden
Die bisherige
strikte Trennung der Wertstofferfassung, in die Erfassung von Papier und
Bioabfall nur in den Wohnanlagen und die Erfassung von Kunststoffen, Metall und
Glas nur über Depotcontainerstandplätze, soll zugunsten einer den jeweiligen
örtlichen Gegebenheiten angepassten flexiblen Erfassung geändert werden.
Konkret heiߴ dies, dass in Wohnanlagen auf
Wunsch der Bewohner bzw. Eigentümer hausnahe Sammelbehälter für
die getrennte Erfassung von Kunststoffen, Metall und Glas aufgestellt werden
dürfen und dass andererseits Depotcontainerstandplätze bei Bedarf um
Sammelbehälter für Papier und Bioabfall ergänzt werden.
Müllverbrennung ist
eine unverantwortliche Rohstoffverschwendung und durch die Freisetzung
unzähliger Schadstoffe eine enorme Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.
Deshalb müssen Überkapazitäten in der Münchner Müllverbrennungsanlage so
schnell wie möglich abgebaut werden, statt sie durch Mülltourismus auszulasten.
Verbrennungsrückstände
sind nach dem neuesten Stand der Technik kontrolliert zu deponieren.
Wir empfinden es als
oberste Pflicht, die Umwelt und somit die Natur zu erhalten. Wer die Natur
schützt, schützt nicht nur Pflanzen und Tiere um ihrer selbst willen, sondern
auch die Lebensgrundlagen der kommenden Generationen.
Natur und Landschaft
sind heute vielfältigen Nutzungsansprüchen ausgesetzt. Deshalb ist es
erforderlich, noch vorhandene Lebensräume von Pflanzen und Tieren zu erhalten
und miteinander zu vernetzen.
Um die im innerstädtischen und stadtnahen Bereich vorhandenen
Grünflächen zu schützen, sollen daher Grünordnungspläne aufgestellt werden.
Die Begrünung von Fassaden und Dächern und die Bepflanzung von
Innenhöfen sollen stärker als bisher vorangetrieben werden.
Bei der Grünanlagenpflege und Straßenreinigung soll der Einsatz von lärmenden Maschinen (z.B. Laubbläser) reduziert werden und stattdessen
mehr Personal eingesetzt werden.
Die Beschneidung von Bäumen und Sträuchern ist auf eine ökologisch
sinnvolles Maß zu reduzieren, insbesondere um die
Rückzugsmöglichkeiten für Tiere zu verbessern.
Die Bemühungen um eine saubere Würm muss
verstärkt fortgesetzt werden. Das Wasser dieses Flusses soll wieder
Badequalität erlangen. Auch beim Olympiasee soll die Wasserqualität verbessert
werden, damit dieser zum Baden freigegeben werden kann.
Der Ökologische Landbau soll auch auf kommunaler Ebene dadurch
unterstützt werden, dass die Vermarktung seiner Produkte gefördert wird durch
den Ankauf von Produkten für städtische Einrichtungen und durch Bereitstellung
von Verkaufsmöglichkeiten.
In Kooperation mit der Münchner Gastronomie und den Münchner
Kantinenbetreibern soll erreicht werden, dass immer mehr Wirte auf die
Verwendung von Produkten aus ökologischem Landbau umsteigen.
Der Verkauf von Produkten aus ökologischem Landbau im Einzelhandel
soll von der Stadt unterstützt werden, durch Ausweisung geeigneter Ladenflächen
für Bio-Märkte, bevorzugte Vergabe von städtischen Ladenflächen (z.B.
U-Bahn-Kioske) an Bio-Läden bzw. reduzierte Pacht auf den Verkauf von
Bio-Lebensmitteln, Marketingkampagne der Stadt für Bio-Produkte in Kooperation
mit dem Handel.
Der durch Unachtsamkeit oder mangelnde Rücksicht mancher Bürger in
zunehmendem Maߍ
entstehenden Vermüllung von Gemeinschaftsflächen der
städtischen Lebensräume und einer damit einhergehenden Personengefährdung muss
entgegengewirkt werden.
Da, wie eingangs gezeigt, Ökologie Langzeitökonomie ist,
orientiert sich die ödp auch in der Wirtschaftspolitik an dem Prinzip der
Nachhaltigkeit und der Schonung von Ressourcen.
Wichtigstes Ziel der Arbeitsmarktpolitik muss bleiben, die
Arbeitsplätze in München dauerhaft zu sichern. Die gute Münchner Mischung, die
Zusammensetzung des Arbeitsmarktes aus kleinen Betrieben, mittelständischem
Gewerbe und großen Firmen hat bisher zum wirtschaftlichen Erfolg
Münchens wesentlich beigetragen.
Es hat sich aber gezeigt, dass es gerade bei großen Firmen bei wachsendem Kostendruck und/oder Nachfragerückgang
zu Massenentlassungen kommen kann. In Krisenzeiten wird der bisher wenig
betroffene Dienstleistungssektor nicht verschont bleiben.
Es wäre verfehlt, nach dem Muster der fünfziger Jahre auf bloßes quantitatives Wachstum zu setzen. Wir setzen auf
eine Wirtschaftspolitik, die ökologische Grundsätze berücksichtigt und die
Wachstumsbranche Umwelttechnologie gezielt fördert. Nur eine solche
verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Politik kann Arbeitsplätze in
München dauerhaft sichern.
Der grundlegende Schritt dazu ist die aufkommensneutrale
ökologische Steuerreform für Arbeit und Umwelt nach dem ödp-Konzept:
Die Energie- und Rohstoffsteuer muss schrittweise eingeführt und parallel dazu
die hohe Besteuerung der Arbeit abgebaut werden, damit sich der Einsatz von
menschlicher Arbeitskraft wieder lohnt und mit den knappen Gütern sparsam
umgegangen wird.
Kilowattstunden sollen arbeitslos gemacht werden, nicht Menschen.
Allein durch konsequente Maßnahmen zur
Energieeinsparung und den Einsatz regenerativer Energien können tausende Arbeitsplätze in München
dauerhaft erhalten und viele neue geschaffen werden.
Ziel der Münchner Arbeitsmarktpolitik muss es sein, alle
arbeitsfähigen und arbeitswilligen Arbeitslosen, schnellstmöglich in das
Arbeitsleben zu integrieren. Vorrang hat die Vermittlung in den ersten
Arbeitsmarkt.
Alle arbeitsfähigen und arbeitswilligen Empfänger von
Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und von Leistungen
nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind sofort bei Antragstellung für die
Dauer ihres Leistungsbezugs in Qualifizierungsmaßnahmen, den zweiten
Arbeitsmarkt, die sogenannten Ein-Euro-Jobs oder in
andere gemeinnützige Beschäftigungen zu vermitteln. Während der Dauer ihres
Leistungsbezugs aus öffentlichen Kassen erbringen sie somit eine Gegenleistung.
Dies fördert ihre gesellschaftliche Anerkennung und vielfach auch ihr
Selbstwertgefühl. Ein Abgleiten in die Folgeerscheinungen von
Langzeitarbeitslosigkeit (z.B. Alkoholismus, psychische Probleme, Ausgrenzung
aus der Gesellschaft) wird somit präventiv verhindert.
Allen arbeitsfähigen, aber arbeitsunwilligen Empfängern von
Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und von Leistungen
nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind die Leistungen unter Ausschöpfung der
gesetzlichen Möglichkeiten zu kürzen und im äußersten Fall komplett zu
streichen. Wer nicht bereit ist sich mit der Gesellschaft solidarisch zu
zeigen, indem er seine Arbeitskraft für seinen Lebensunterhalt und für die
Allgemeinheit einsetzt, kann auch keinen Anspruch auf solidarische
Unterstützung durch die Gesellschaft erheben.
Zur Umsetzung dieser Ziele ist gegebenenfalls das zuständige
Personal bei der ARGE für Beschäftigung und der Stadtverwaltung angemessen
aufzustocken.
Die großen Leitlinien der
Wirtschafts- und Finanzpolitik werden auf Bundes- und Europaebene vorgegeben. Die ödp setzt
sich im Sinne des Subsidiaritätsprinzips für dezentrale Sturkuren ein. Damit
werden mehr Entscheidungen auf die Kommunalebene verlagert.
Die kommunale Wirtschaftspolitik wollen wir folgendermaßen gestalten:
-
Verstärkte
Förderung einer weniger krisenanfälligen, marktflexibleren und stärker an den
regionalen Bedürfnissen orientierten Mischstruktur aus kleinen und mittleren
Betrieben, besonders des Handwerks, u.a. durch
Bevorzugung bei der Vergabe von Gewerbeflächen und bei der Verteilung von
städtischen Aufträgen, soweit dies nach EU-Recht möglich ist.
-
Bevorzugte
Ansiedlung von Betrieben mit umweltschonenden Produkten, Produktionsverfahren
und Technologien; Einwirken auf bestehende Betriebe, sich um ökologisch
sinnvolle Innovationen zu bemühen und diese auch auf den Markt zu bringen.
-
Ausarbeitung
eines Konversionsprogramms für die Münchner Rüstungsindustrie. Wir lehnen es
strikt ab, durch eine Erleichterung von Rüstungsexporten die Produktion wieder
anzukurbeln. Rüstungsexporte sind generell abzulehnen.
-
Ausbau und
Unterstützung der regionalen Wertschöpfung durch Nutzung des Münchner Regios (Komplementärwährung zum Euro) im städtischen
Zahlungsverkehr. Ausgabe- und Verrechnungsstellen werden bei der stadteigenen
Stadtsparkasse München eingeführt.
-
Finanzierung
von Infrastrukturverbesserungen (Renovierung/Neubau Schulen, Straßenausbesserung, etc.) durch die Ausgabe von
Steuergutschriften/ Arbeitsgutschriften. Dadurch kann München Arbeit
vorfinanzieren. Diese Gutschriften (siehe www.taxos.info)
werden nur von den städtischen Betrieben und Finanzämtern akzeptiert. Auf diese
Weise hält sich München an bestehende Regelungen (WTO/EU) und bevorzugt
trotzdem die lokalen Betriebe, was für Infrastruktur und Arbeitsplätze
vorteilhaft ist.
-
Die
Stadtverwaltung und die städtischen Einrichtungen, Betriebe und Unternehmen
haben nach Überzeugung der ödp die Aufgabe qualitativ hochwertige Leistungen
für die Münchner Bevölkerung zu erbringen. Eine Gewinnerzielungsabsicht ist für
sie im Gegensatz zu den meisten privatwirtschaftlichen Unternehmen von absolut
untergeordneter Bedeutung. Die ödp setzt sich daher vehement dafür ein, dass
stadteigene Betriebe und Unternehmen, wie beispielsweise die Stadtsparkasse,
die Stadtwerke, die MVG, der Abfallwirtschaftsbetrieb und die stadteigenen
Wohnungsbaugesellschaften zu 100 % in städtischem Eigentum verbleiben. Sie ist
der festen Überzeugung, dass diese durch ein gutes Management in einem fairen
Wettbewerb mit anderen Anbietern dauerhaft bestehen können. Ein Gründung von
stadteigenen Unternehmen in Bereichen, die für die städtische Aufgabenerfüllung
von Bedeutung sind, in denen private Unternehmen aber keine qualitativ
hochwertigen Leistungen erbringen, ist zu prüfen, insbesondere im Hinblick auf
ein stadteigenes Reinigungsunternehmen (z.B. städtische gemeinnützige GmbH) zur
Erbringung der Reinigungsdienstleistungen in städtischen Gebäuden.
-
Wirtschaftlichkeit
und Effizienz, unbestechliches und fehlerfreies Arbeiten, rasche und
konsequente Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben und Stadtratsbeschlüssen,
umweltfreundliches, transparentes und faires Handeln, sind die hohen
Anforderungen, welche die städtischen Beschäftigten in ihrer täglichen Arbeit
zu erfüllen haben. Zur Motivation der Beschäftigten ist es nötig, stets die
Bedeutung Ihrer Arbeit für die Stadtgesellschaft anzuerkennen, ihre
Arbeitsbedingungen sowohl in räumlicher Hinsicht als auch durch gute
Personalführung optimal zu gestalten und ihre Arbeitsplatzsicherheit zu
garantieren.
-
Als
notwendig anerkannte Planstellen müssen, im Gegensatz zur bisherigen Praxis,
sobald sie frei werden, sehr schnell nachbesetzt
werden, um zu vermeiden, dass die Arbeit liegen bleibt oder aushilfsweise durch
andere Beschäftigte erledigt wird. Denn dies führt einerseits zu Qualitätseinbußen in der Arbeitserledigung und andererseits bei den Beschäftigten,
welche die Arbeit zusätzlich zu ihrem eigenen Arbeitspensum erledigen müssen,
zu Arbeitsüberlastung und damit oft zu gesundheitlichen Beschwerden und
Motivationsmangel (Burnout-Syndrom). Monatelange
Vakanzen von Planstellen sind schlicht nicht akzeptabel.
-
Im Bereich
des Lehrpersonals an den Schulen und in Bereichen der Stadtverwaltung mit hohem
Parteiverkehrsaufkommen ist eine angemessene Anzahl an so genannten Roulierern (Ersatzpersonal) vorzuhalten, damit
Stundenausfälle an den Schulen (z.B. aufgrund von Klassenfahrten und
Erkrankungen von Lehrkräften), sowie verlängerte Wartezeiten im Parteiverkehr
(z.B. aufgrund von Urlaub oder Erkrankungen von Beschäftigten) weitgehend
vermieden werden.
- Die Stadtverwaltung und die städtischen Einrichtungen, Betriebe
und Unternehmen haben auch eine wichtige Bedeutung für den Arbeitsmarkt durch
die bei ihnen bestehen Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Ihre Vorbildfunktion
erfordert eine Ausbildungsquote, die zumindest zur Sicherstellung des
Eigenbedarfs an Beschäftigten ausreicht. Die in den letzten Jahren erkennbare
Tendenz zur Reduzierung der Zahl der Auszubildenden ist umzukehren.
-
Auch bei der
Ermöglichung von Teilzeitarbeit für ihre Beschäftigten ist eine Vorbildfunktion
wichtig. Eine weitere Erhöhung der Teilzeitarbeitsquote, auch in
Führungspositionen, ist daher anzustreben. Teilzeitarbeit ist sinnvoll um eine
Entlastung des Arbeitsmarktes zu erreichen und den Beschäftigten eine gute
Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ehrenamtlicher Tätigkeit und berufsbezogener
und außerberuflicher Fortbildung zu
ermöglichen. Eine bessere Ausnutzung
von den für Teilzeitkräfte erforderlichen Räumen und Sachmitteln, etwa durch
Zwei-Schicht-Arbeit von Teilzeitkräften, ist anzustreben.
-
Anzustreben
ist bei der Stadtverwaltung mehr Arbeitsplätze im einfachen und mittleren
Dienst zu schaffen. Dadurch erhalten auch Real- und Hauptschulabsolventen die
Möglichkeit bei der Stadtverwaltung zu arbeiten. Dies kann zu einer
Qualitätssteigerung in den Arbeitsergebnissen bei gleichzeitiger Kostensenkung
führen. Die Devise heißt: Nicht mehr
Häuptlinge, sondern mehr Indianer!
Die Verschuldung der Stadt München ist in den letzten Jahren
gestiegen und damit auch die Last der Zinsen. Die Zinsen nahmen in den letzten
zehn Jahren um 44% von 117 auf 168 Millionen Euro zu - das sind jetzt fast
500.000 Euro pro Tag. Schon heute ist jeder Münchner Bürger mit fast 3.000 Euro
verschuldet - das ist gegenüber 2001 eine Steigerung um 50%. Dazu kommen noch
die Schulden der stadteigenen Betriebe.
Wir halten eine solche Politik für verantwortungslos. Wie beim
Umgang mit den natürlichen Ressourcen muss auch in der Finanzpolitik das
Prinzip der Nachhaltigkeit gelten. Die nachfolgenden Generationen dürfen nicht
weiter mit steigenden Zinsen und Tilgungszahlungen belastet werden, so dass sie
keinen Gestaltungsspielraum für neue Aufgaben mehr vorfinden. Um dem
Schuldenkollaps zu entgehen, muss die Stadt München alle sinnvollen
Einsparmöglichkeiten nutzen, auf überteuerte Prestige-Projekte verzichten und
zusätzliche Einnahmequellen erschließen.
Im Einzelnen fordern wir:
-
Verzicht auf
riskante Großprojekte, die bei
höchst zweifelhaftem Nutzen die Verschuldung weiter nach oben treiben, wie zum Beispiel eine 3. Startbahn für
den Münchner Flughafen, den 2. S-Bahn-Tunnel oder den Bau des Transrapids,
dessen Unterhalt auf jeden Fall die Münchner Steuerzahler belasten würde.
-
Verstärkte
Effizienzkontrolle in der Stadtverwaltung durch regelmäßige interne und externe Prüfung von Arbeitsabläufen und
Entscheidungsstrukturen.
-
Verstärkte
Prüfung städtischer Leistungen auf ihre Notwendigkeit. Auch von
schlichten Bürgern eingereichte Verbesserungsvorschläge sind ebenso zu prüfen
und zu prämieren wie die der städtischen Bediensteten.
-
Organisatorische
Verbesserungen, um die möglichst vollständige und zeitnahe Einnahme von
städtischen Gebühren und Abgaben sicherzustellen.
-
Stärkere
finanzielle Beteiligung des Münchner Umlandes an Leistungen, die auch von
Bürgern aus der Region in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel MVV,
Krankenhäuser und Kultureinrichtungen.
Auf Bundesebene setzt sich die ödp für eine Neuordnung der
Verteilung der Steuermittel zwischen Bund, Ländern und Gemeinden ein.
Die Kommunen sollen für die Erfüllung ihrer Aufgaben finanziell so
gut ausgestattet werden, dass sie keine (zweckgebundenen) Zuschüsse benötigen,
die ihre Unabhängigkeit schmälern, und dass ihre Abhängigkeit von der
Gewerbesteuer sinkt. Nur dann sind sie nicht mehr dazu gezwungen, ohne
Rücksicht auf das Gemeinwohl Industrie- und Gewerbeansiedlungen zu fördern. Außerdem setzen wir uns dafür ein, die für die Stadtfinanzen
verhängnisvolle Entwicklung zu stoppen, dass Bund und Länder die Sozialkosten
immer mehr auf die Kommunen abwälzen.
Politik für Menschen
Ökologische Sozialpolitik beinhaltet die Sicherung eines Maximums
an selbstbestimmten Lebensmöglichkeiten in
überschaubaren dezentralen Strukturen bei minimaler Einmischung des Staates.
Die Zuwendung an Hilfsbedürftige in den Familien, die
Nachbarschaftshilfe sowie Hilfsleistungen von kleinen Vereinen in den
Stadtvierteln sind jeder Sozialbürokratie überlegen. Die Stadtverwaltung soll
solche Hilfe spürbar fördern; direktes städtisches Eingreifen soll nur in den
Bereichen stattfinden, wo die Bürger in ihrem Engagement überfordert sind und
ihre Hilfe nicht ausreicht. Wohlfahrtsverbände und Selbsthilfegruppen sind
keine Bittsteller, sondern Partner bei der Umsetzung dieser Konzeption.
Kinder- und
Familienfreundlichkeit
Kaum ein Lebensbereich des Menschen ist durch die wirtschaftliche
und gesellschaftliche Entwicklung und durch die einseitig materialistische
Sicht der Welt so stark gefährdet wie die Familie. Unstrittig ist: Die Familie
hat sich als die am besten geeignete Form des Zusammenlebens bewährt. Wir wollen
die Rückbesinnung auf Werte anregen, die sich nicht an Besitz und Konsum messen
lassen. In der Familie kann dieses Wertebewusstsein am besten vermittelt
werden.
Die ödp setzt sich deshalb auf Bundes- und Landesebene für ein
einkommensunabhängiges Erziehungsgehalt ein. Der längst fällige gerechtere
Familienleistungsausgleich ist zwar Aufgabe des Staates, die Stadt kann jedoch
in ihrem Zuständigkeitsbereich ein Vorbild sein und einen Beitrag für ein
kinder- und familienfreundliches Umfeld, für die Aufwertung der Familienarbeit
und für die Chancengleichheit von Frauen und Männern leisten.
Wir setzen uns ein für:
-
Die
Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer
-
Echte
Wahlfreiheit statt einseitiger Krippenförderung
-
Qualifizierte
Teilzeitarbeitsplätze für Frauen und Männer durch verwaltungsinterne
Umorganisation
-
Familiengerechten
und bezahlbaren Wohnungsbau
-
Ausreichende
Versorgung mit Kindertagesstätten, Einsatz für mehr Betriebskindergärten
-
Waldkindergärten
als Ergänzung des Münchner Kindergartenangebots
-
Die Förderung der ambulanten und
stationären Hilfen zur Unterstützung der Pflegetätigkeit in den Familien
-
Erhaltung der Angebote zur anonymen
Entbindung
Jugend und Jugendarbeit
Die Suche nach der eigenen Identität, nach Lebenssinn und
Lebenssicherheit ist für junge Menschen zweifellos eine große Herausforderung. Die Zunahme des
Drogen- und
Rauschmittelmissbrauchs und das Auftreten gewaltbereiter Jugendlicher ist
traurige Realität.
Die ödp setzt sich daher für eine Förderung von verbandlicher und offener Jugendarbeit, Breitensport und
Stadtteiljugendtreffs ein. Die Jugendfürsorge, der Kreisjugendring, die
Umweltschutzverbände und ihre Jugendgruppen müssen so gut wie möglich
ausgestattet werden. Zusätzliche Programme zur Förderung ökologischen Denkens
bei der Jugend sind zu schaffen.
Gewalttätigen Jugendlichen sind jedoch deutlich die Grenzen
aufzuzeigen - schon zu Beginn einer Karriere als Serientäter. Opferschutz geht
vor Täterschutz. Die Polizei muss die entsprechende politische Rückendeckung
bekommen; Richter, Staatsanwälte und Sozialarbeiter müssen deutlich machen,
dass eine kriminelle Karriere kein Lebensentwurf sein darf.
Leben im Alter, Leben mit
Behinderung
Alle öffentlichen Hilfen zur Bewältigung der besonderen
Problemlagen des Alters und einer schweren Behinderung müssen darauf abzielen,
so viel Selbstständigkeit wie nur irgend möglich zu erhalten. Arbeitsplätze und
öffentliche Einrichtungen aller Art sind so zu gestalten, dass die Integration
von Menschen mit Behinderung zur Selbstverständlichkeit wird. Die ödp setzt
sich ein für:
-
Die
Vermeidung von Heimaufenthalten durch Ausbau der ambulanten Dienste, Hilfen für
die häusliche Pflege, mehr Kurzzeitpflegeplätze zur Entlastung von pflegenden
Angehörigen. Längerfristig soll der dauernde Heimaufenthalt von alten und
pflegebedürftigen Menschen die Ausnahme werden, denn Heimunterbringung
reduziert in der Regel trotz der hohen Kosten die Lebensqualität.
-
Die
Erleichterung des Umzugs alter Menschen aus zu groß gewordenen Wohnungen durch Errichtung von
Mehrgenerationenhäusern. Diese Einrichtungen verbinden Wohnungen für alte und
junge Menschen, mit Gemeinschaftsräumen, möglichst einer Arztpraxis und der
Möglichkeit von hochwertiger Gemeinschaftsverpflegung.
-
Eine regelmäßige, unangemeldete Überprüfung von
Heimen durch externe Gutachter, damit Misswirtschaft, undurchsichtige Abrechnungen, überflüssige
Hierarchien und Bevormundung der Bewohner unterbleiben
-
Die
Umstellung von Heimkantinen auf ökologische Produkte
-
Den Ausbau
von Seniorentreffpunkten mit Selbstbestimmung der Nutzer und Eigenverantwortung
Für das Programm
-
Ferienprogramme
für bedürftige Senioren ähnlich denen für die Jugend
-
Die
Fortsetzung des behindertengerechten Ausbaus von öffentlichen Gebäuden und
Verkehrsmitteln. Vordringlich ist eine solche Maßnahme beim drittgrößten
Bahnhof Bayerns, München-Pasing.
Zur Finanzierung dieser sozialen Maßnahmen schlagen wir vor, die Ausgaben, die die Stadt durch die Pflegeversicherung einspart,
nicht im allgemeinen Haushalt zu verbrauchen, sondern gezielt hier einzusetzen.
Ökologische Politik ist die effektivste Gesundheitspolitik. Durch
eine Wende in der Energie-, Verkehrs- und Abfallwirtschaftspolitik und die
Förderung ökologisch produzierter Lebensmittel werden die Voraussetzungen für
ein gesundes Leben wesentlich verbessert.
Die ödp setzt sich für folgende Ziele
ein:
-
Förderung
von Vorbeugung und Vorsorge in der städtischen Gesundheitspolitik
-
Aufbau von
dezentralen Gesundheitsberatungsstellen
-
Förderung
von Produktion, Vermarktung und Verwendung ökologischer Lebensmittel, z.B.
durch Umstellung des Angebots in den städtischen Kantinen, Altenheimen und
Kindertagesstätten.
-
Konsequentes
Vorgehen gegen Wohngifte in städtischen Gebäuden
-
Ausreichende
Gesundheitsinfrastruktur in allen Stadtbezirken. Erhalt der drei
Universitätskliniken mit ihrem Synergismus aus
Patientenversorgung, klinischer Forschung und Lehre anstatt einer Konzentration
medizinischer Angebote im biotechnologischen Zentrum Großhadern.
Trinkwasserversorgung
Wasser ist Leben. Wer Leben schützen will, muss sich um die
Reinheit des Wassers kümmern. Seit jeher gehört die Wasser- und Abwasserpolitik
zu den Kernbereichen gemeindlicher Aufgaben. Eine Liberalisierung der
Trinkwasserversorgung lehnen wir deshalb kategorisch ab.
Das Münchner Trinkwasser ist dank der Vorsorge der früheren und
jetzigen Stadtverwaltung hervorragend rein. Dieses Allgemeingut darf nicht der
Profitsucht von Konzernen geopfert werden.
Wirksamer Schutz vor
Strahlenbelastung
Mit der Nutzung der UMTS-Lizenzen wurden
in Münchner Wohngebiete zahlreiche Mobilfunksendeanlagen errichtet. Die
Staatsregierung liefert die Bürgerinnen und Bürger den Mobilfunkbetreibern
hilflos aus, denn in der Bayerischen Bauordnung ist festgelegt, dass
Mobilfunksendeanlagen unter 10 Metern Höhe genehmigungsfrei sind Nachbarschaftsanhörungen sind nicht
erforderlich. Wirksame Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Bürger gibt es nicht, obwohl viele Wissenschaftler vor Elektrosmog
warnen. Dies verwundert nicht, hat doch sogar Erwin Huber in seiner Zeit als
bayerischer Staatskanzleiminister offen in Werbebroschüren für bestimmte
Mobilfunkbetreiber geworben.
Das mobile Telefonieren gehört heute in vielen Berufen zum
Standard. Gerade deshalb müssen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.
Die ödp
fordert:
-
Die
Bayerische Bauordnung muss geändert werden. Für die Errichtung von
Mobilfunkanlagen sollen generell Genehmigungsverfahren mit
Nachbarschaftsanhörungen erforderlich sein. Über die völlig unzureichenden
Vorgaben in der 26. BImSchV hinausgehend werden die
Grenzwerte auf den Richtwert 1 mW/m² Leistungsflussdichte festgelegt.
-
Einführung
eines verpflichtenden Abnahmeverfahren der Sendemasten ähnlich der TÜV-Abnahme
von Autos
-
Handy-Verbot
in öffentlichen Verkehrsmitteln
-
Strikte
Umsetzung des in Bayern an allen Schulen geltenden Handyverbots
-
Verstärkte
Aufklärungsarbeit an Schulen und Kindertagesstätten über die
Gesundheitsgefahren von Mobilfunk und drahtloser Kommunikation.
Schutz vor Radioaktivität
Der beste Schutz der Münchner Bevölkerung vor Radioaktivität ist
der schnellstmögliche Ausstieg aus der Atomenergie - siehe im Kapitel
"Energie". Auch beim laufenden Betrieb von Atomkraftwerken wird
beständig Radioaktivität freigesetzt. Darüber hinaus sind Atomkraftwerke wegen
möglicher Flugzeugabstürze und terroristischer Angriffe eine dauernde
Bedrohung. Der im rot-grünen Atomkonsens vereinbarte Betrieb bayerischer
Atomkraftwerke bist über das Jahr 2020 hinaus ist unverantwortbar.
Nichtraucherschutz
Wir fordern eine wirksame Kontrolle des Nichtraucherschutzes in
öffentlichen Gebäuden und Gaststätten. Auch Festzelte sollen rauchfrei gemacht
werden. Städtische Veranstaltungen dürfen nicht durch Zigarettenkonzerne
gesponsert werden.
Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in München hat seinen Grund in
einem Missverhältnis von Angebot und Nachfrage. Mit dem Zuzug Hunderttausender
von Menschen in die Region München hat der Wohnungsbau nicht Schritt gehalten.
Ein ständiges Wachstum des Ballungsraums München ist keine annehmbare Lösung,
denn schon jetzt ist München die am dichtesten besiedelte Millionenstadt
Deutschlands.
Ein weiterer Grund für die Wohnungsnot ist die Tendenz zu einer
immer größeren Wohnfläche pro Person.
Die ödp fordert deshalb eine Strukturpolitik, die allen Regionen
Bayerns gute Entwicklungschancen gibt und so München von weiterem Zuzug und
Pendlerströmen entlastet. Darüber hinaus fordern wir:
-
Erhaltung
möglichst aller für Landwirtschaft und Gartenbau genutzten Flächen (stadtnahe
Versorgung) und aller Waldflächen im Stadtgebiet; Freihalten der
Frischluftschneisen; Erhaltung und Neuschaffung von Grünflächen besonders in
der Innenstadt - zum Beispiel Marienhof als grüne Ruhezone mit großen Bäumen, mehr Kleingärten und mehr Spielplätze
-
Vorrang des
Wohnungsbaus vor der Neuausweisung von Gewerbegebieten. Neue Gewerbeflächen
sollen nur noch auf bisher schon gewerblich genutztem Grund
(Gewerbeflächen-Recycling) oder vergleichbarem Gelände entstehen.
Erleichterungen für emissionsarmes Kleingewerbe in Wohngebieten und Errichtung
weiterer Gewerbehöfe.
-
Wohnungsbau
als Auflage bei Genehmigung von Gewerbebauten
-
Möglichst
wenig Verkauf von städtischem Grund, damit auch kommende Generationen noch
Reserven haben; stattdessen Vergabe in Erbpacht
-
Die Großsiedlung Freiham
halten wir für einen Fehler, weil sie die letzten Abstandsflächen nach Germering besetzt. Solche Fehlplanungen
dürfen in der Zukunft nicht mehr passieren.
-
Alle
Neubauprojekte sind ökologisch zu optimieren. Das heiߴ: Minimaler Energie- und Wasserverbrauch, Solarenergie- und
Abwärmenutzung, baubiologische Gestaltung, recycelbare Baustoffe,
familienfreundliche Grundrisse, durchgehende Grünzüge, gute MVV-Anbindung
-
Energiesparende
Bauformen müssen vorgegeben werden.
-
In allen
Stadtvierteln sollen bei Neubauprojekten autofreie Gebiete vorgesehen werden
-
Preisgünstiges
Bauen durch versuchsweise Senkung ausgewählter Baustandards
(aber nicht auf Kosten der Ökologie wie zum Beispiel der Wärmedämmung) und neue
Baumaterialien
-
Förderung
einer mietergerechten, maßvollen
Altbausanierung durch Entbürokratisierung und Beratung; Erhaltung und Umgestaltung der Münchner Gesellschaft
für Stadterneuerung (MGS) zu diesem Zweck
-
Erhebung
einer Sonderabgabe für unbebaute baureife Grundstücke in Vierteln mit
geschlossener Bebauung (Baulücken)
-
Förderung
von Innenhof-, Fassaden und Dachbegrünung
-
Entschlossenes
Vorgehen der Stadt gegen Umwandlungsspekulation und Zweckentfremdung
-
Schrittweise
Umstellung des insgesamt wenig effektiven Sozialen Wohnungsbaus
(Objektförderung) auf Subjektförderung mit dem Ziel, selbstgenutztes
Wohneigentum zu schaffen; bei bestehenden Sozialwohnungen
Anhebung der Fehlbelegungsabgabe; Förderung des Genossenschaftsbaus.
-
Förderung von kompakten, ressourcenschonenden Bauformen, die die Entstehung von
Nachbarschaften begünstigen (z.B. Terassenhäuser nach
Günter Kretzschmar) anstelle einer weiteren Ausweitung der flächenverbrauchenden
Besiedelung mit Einfamilienhäusern.
-
Erhalt der kleinräumigen
polyzentrischen Struktur in den Stadtteilzentren durch gezielte Ausweisung von Mischgebieten und Förderung von
mittelständischem Gewerbe in den peripheren Stadtbezirken
Die Sicherung eines vielfältigen Bildungsangebotes hat in München
Tradition. Sie ist eine wichtige Aufgabe werteorientierter moderner
Kommunalpolitik. Angebote der Nachmittagsbetreuung und der Schulsozialarbeit
müssen ausgebaut werden. Um dies finanzieren zu können, muss bei allen
baulichen Maßahmen auf
strikte Sparsamkeit geachtet
werden.
Das öffentliche Bibliothekswesen sichert eine lebendige
Lesekultur. Vor allem die Kinder- und Jugendliteratur, aber auch qualitativ
hoch stehende Video- und Audio-Angebote sind unverzichtbar. Eine besonders
wichtige Bildungsaufgabe ist hier, Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu
vermitteln.
Alle vorhandenen Bibliotheken müssen erhalten und weiter gefördert
werden. Der Etat für Neuanschaffungen soll jedes Jahr erhöht werden, um
zumindest die Inflationsrate auszugleichen.
Es ist zu prüfen, wie durch eine bessere Kooperation von
Stadtbibliothek, Schulbibliotheken, Universitätsbibliothek, Staatsbibliothek
und den in München befindlichen Bibliotheken anderer Träger (z.B. Kirchen,
Verbände, Stiftungen, Unternehmen) der Zugriff der Benutzer auf die Medien
verbessert werden kann.
Auch wenn die Universitäten im Zuständigkeitsbereich des
Freistaates liegen, muss die Stadt alle Möglichkeiten ausnutzen, das
vielfältige akademische Bildungsangebot in München zu erhalten. Die Auslagerung
ganzer Fachgebiete in Forschungsghettos wie Medizin und Biowissenschaften in
Großhadern / Martinsried ist aus sozialen und ökologischen
Gesichtspunkten abzulehnen. Angesichts der zunehmenden Bedeutung
interdisziplinärer Arbeit in einer komplexer werdenden Welt sind auch im
Zeitalter des Internets kleinräumige Forschungs- und Lehrnachbarschaften zu
fördern, wie sie in einem Misch-Campus am besten realisiert werden können.
Die vielfältigen kulturellen Angebote und der hohe Freizeitwert
machen München zu einer der attraktivsten Städte Deutschlands. Sie erhöhen die
Lebensqualität in unserer Stadt und sind als weiche Standortfaktoren auch für
die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt wichtig.
Jedes Wochenende werden die Autobahnen in Richtung Süden von
vielen Münchnern befahren, die dem Alpenvorland einen weitaus höheren
Freizeitwert zusprechen als ihrer Heimatstadt. Durch Schaffung von
menschenfreundlichem Wohnumfeld, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität von
Straßen und Plätzen, durch attraktive Naherholungsmöglichkeiten und ein
bürgernahes Kulturangebot sollte die Stadt dieser Entwicklung entgegenwirken.
Dazu sind folgende Schritte nötig:
-
Erhaltung
und Schaffung von Freiräumen in den Wohnquartieren, die Nachbarschaft fördern
-
Mindestens
zwei Gemeinschaftsgärten in jedem Stadtviertel
-
Ermöglichung
von groߺügigen Abstandsflächen durch den Bau
mehrgeschossiger
Terrassen-Reihenhäuser mit integrierten Gewerbeflächen.
-
Erhaltung
der bestehenden Naherholungseinrichtungen und der kleinen Freibäder; Steigerung
der Nutzung durch attraktive Öffnungszeiten und Werbung
-
Verbesserung
der Situation bei den Bezirkssportanlagen; gezielte Förderung von
umweltschonenden Sportarten im Breitensport sowie der Sportjugendarbeit
-
Förderung
dezentraler kultureller Angebote und Verbesserung der Raumsituation. Wir lehnen
eine weitere Konzentrierung der Theaterförderung ab, weil sie zu Lasten der
Gruppen in den Stadtteilen geht.
-
Dauerausweisung
und vorausschauende Planung von Gelände für die Hallen- und Jugendkultur
-
Förderung
auch älterer Künstler sowie von herkömmlichen Kunstformen wie Malerei und
Plastik, u.a. durch bessere Ausstellungsmöglichkeiten
-
Einsparung
von mindestens einer halben Million Euro pro Jahr bei den Philharmonikern,
dafür verstärkte Förderung anderer Ensembles wie Symphoniker und Kammerorchester,
um Vielfalt zu sichern
-
Angemessene
finanzielle Beteiligung des Umlands an Münchner Kultureinrichtungen, da viele
Nutzer von dort kommen. Prüfung der Möglichkeit von ermäßigten Preisen für in München gemeldete Einwohner und die
Einwohner von Umlandgemeinden, welche sich angemessen an der Finanzierung
beteiligen, bei gleichzeitig erhöhten Preisen für andere Nutzer.
Menschen für Politik
Informieren Sie sich und mischen Sie sich ein. Mit den richtigen
Menschen und den richtigen Konzepten ist Politik kein schmutziges Geschäft,
sondern sinnvolles Engagement für unsere gemeinsame Zukunft.
Als Bürgerin und Bürger Münchens haben Sie vielfältige
Möglichkeiten, sich an der Gestaltung des öffentlichen Lebens zu beteiligen. Durch
die Umwandlung der Bezirksausschüsse von bloßen Beratungsgremien in echte Entscheidungsgremien und durch die Einführung des
Bürgerbegehrens sind die Möglichkeiten zur Mitwirkung vergrößert worden.
Ehrenamtliches Engagement
fördern
Vereine, Bürgerinitiativen und Parteien freuen sich über jeden
aktiven Menschen, der bereit ist, seine Erfahrung, seine Tatkraft und seine
freie Zeit für das Wohl der Allgemeinheit einzusetzen. Die erstarkende
Zivilgesellschaft trägt in vielen Bereichen zur Verbesserung unserer
Lebensverhältnisse bei. Diese positive Entwicklung sollte von der Stadt
gefördert werden.
Unabhängige und transparente
Politik
Die Bereitschaft zu Eigeninitiative und öffentlichem Engagement
sind Voraussetzung für ein gedeihliches Zusammenleben. Viele Menschen ziehen
sich jedoch resigniert in ihren Privatbereich zurück, weil sie den Politikern
keine gemeinwohlorientierten Problemlösungen zutrauen. Deshalb hat die ödp seit
ihrer Gründung in ihrer Satzung festgeschrieben, dass sie Spenden von juristischen
Personen, also Konzernen und Unternehmen, grundsätzlich ablehnt. Nur so ist
eine unabhängige Politik zum Wohle der Allgemeinheit gesichert. Wir fordern
diese Unabhängigkeit auch von allen anderen Parteien und sind jederzeit bereit,
unsere Bücher offen zu legen. Es darf nicht länger sein, dass einzelne
Unternehmenslenker mit ihrem Scheckbuch die Politik zu ihren Gunsten
beeinflussen.
Die ödp will außerdem
einen Ehrenkodex für alle Stadträtinnen und Stadträte durchsetzen: Wer mit einer städtischen
Tochter-GmbH (Stadtwerke, Wohnungsbaugesellschaften)
geschäftliche Beziehungen unterhält, darf nicht gleichzeitig als Stadtrat im
Aufsichtsrat desselben Unternehmens sitzen. Wir sehen die Gefahr, dass
Stadträtinnen und Stadträte, die mit städtischen Firmen Geschäftsbeziehungen
unterhalten, bei grundsätzlichen Fragen eher die Position der
GmbH-Geschäftsführer übernehmen, anstatt die Geschäftsführung kritisch im Sinne
der Allgemeinheit zu kontrollieren.
Die ödp tritt darüber hinaus dafür ein, dass wichtige Fragen der
Kommunalpolitik auch in Zukunft öffentlich beraten und nicht in die
unkontrollierbare Nichtöffentlichkeit von GmbH-Aufsichtsratsgremien verlagert
werden. Privatrechtliche Gesellschaften können der Stadt zwar einzelne
operative Geschäfte effektiv abnehmen, wichtige Grundsatzfragen müssen jedoch
weiterhin in öffentlich tagenden Stadtratsausschüssen behandelt werden.
Wir setzen uns für größtmögliche Offenheit von Verwaltungs- und Planungsvorgängen und für eine verstärkte Beteiligung aller
Betroffenen bei Planungsvorhaben ein.
Wir begrüßen es, dass
Stadtratsbeschlüsse und Verwaltungsrichtlinien über das Internet einsehbar sind, sofern keine
Geheimhaltung erforderlich ist.
Im Revisionsamt ist eine Kontrollinstanz
zu schaffen, die von Bürgern und Verbänden vorgetragene Rechtsverstöße und Einsparmöglichkeiten umfassend
prüft und dem Stadtrat und der
Öffentlichkeit das Ergebnis mitteilt. Mit diesem Verfahren sollen
Steuergeldverschwendung und Korruption, sowie Verstöße gegen objektives öffentliches
Recht verhindert werden.
Administrative und politische Entscheidungen sollen möglichst
dezentral und bürgernah erfolgen. Wir setzen uns daher für eine weitere
Stärkung der Stadtbezirke ein. Die Sitzungen der Bezirksausschüsse sollen in
verkehrsgünstigen und behindertenfreundlichen Räumen stattfinden. Alle
Bürgerinnen und Bürger sollen einen leichten Zugang zu den Bezirksinspektionen
finden.
Datentechnische Infrastrukturen der öffentlichen Verwaltung müssen
transparent und unabhängig ausgeführt werden. Dazu gehört insbesondere die
Verwendung von Software mit offenem Quellcode (Open Source)
anstelle mit überteuerten Betriebssystemen und kommerziellen Programmen nicht
am Gemeinwohl interessierte Gro߫onzerne zu fördern, wie die Stadt München es u.a. auf Anregung der ödp beschlossen hat.
Bei stadtpolitisch bedeutenden Entscheidungen dürfen keine
vollendeten Tatsachen geschaffen werden. Sie müssen öffentlich, transparent und
ohne Vorbedingungen von den gewählten Stadträten getroffen werden.
Die ödp ist als demokratische und konsequent ökologische Partei
der Mitte die Alternative für alle Wählerinnen und Wähler. Wir setzen uns ein
für eine werteorientierte und zukunftsfähige Politik.
Die Stärke der ödp lag in den vergangenen Jahren im Fleiߠund der Aktivität ihrer Kommunalpolitiker und auf Landesebene
in ihren außerparlamentarischen Erfolgen durch Volks- und Bürgerbegehren.
Die Erfolge der ödp in Bayern und in
München können sich sehen lassen. Wir haben
-
mit
Bürgerbegehren den E.ON-Konzern dazu gebracht, seine
Geschäfte mit der Betreiberfirma des Risiko-Atomreaktors Temelin
zu beenden.
-
1998 die
Staatsregierung mit dem Volksbegehren „Kein neues Atomkraftwerk in Bayern“ dazu
gebracht, die fünf für ein zusätzliches Atomkraftwerk reservierten Standorte
aufzugeben
-
im Jahr 1998
per Volksbegehren den Senat abgeschafft und ersparen so den bayerischen
Steuerzahlern 5 Millionen Euro pro Jahr
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mit dem
Volksbegehren „Schlanker Staat - schlanke Regierung“ die CSU gezwungen,
überflüssige Staatssekretärsposten zu streichen und den Landtag auf Normalmaß zu verkleinern
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mit unserem
Volksbegehren Klonverbot in die
Verfassung die Bioethik-Debatte in Bayern vorangebracht.
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mit 400.000
Wahlberechtigten, die sich in den Rathäusern für das im Jahr 2005 von der ödp
gestartete Volksbegehren Gesundheitsvorsorge
beim Mobilfunk eingetragen haben, eine Diskussion über die Risiken von
Mobilfunk in Gang gebracht.
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die
Rücknahme zahlreicher Genmais-Anbauflächen in Bayern
erreicht. Zwischen Februar und April 2006 recherchierte die ödp gezielt die
Neuanmeldungen von Genmais-Anbauflächen im Internet
und informierte die örtlichen Lokalredaktionen und Bürgerinitiativen. Auch
Demonstrationen wurden organisiert und dadurch vielerorts eine wichtige Debatte
ausgelöst, in der Folgen die Genbauern ihren Antrag
zurückzogen.
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vor dem
Bayrischen Verfassungsgericht Klage gegen die unsachgemäße Verwendung des Büchergeldes erhoben und erreicht,
dass die bayerische Staatsregierung plant, das Büchergeld ab 2008 wieder
abzuschaffen.
Obwohl noch nicht im Landtag vertreten, sind wir erfolgreicher,
als die gesamte parlamentarische Opposition.
In München haben wir mit unserer Arbeit im Stadtverband und im
Stadtrat in den letzten Jahren in kleinen Schritten viel erreicht:
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Die
Einführung der kostendeckenden Vergütung von Solarstrom
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Das Energiesparprojekt
Fifty-Fifty an Schulen
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Den
Beschluss auf städtischen Gebäuden mit sensibler Nutzung und in der Nähe von
solchen Gebäuden keine Mobilfunksendeanlagen zu dulden
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Die
Unterstützung der Münchner Kinder- und Jugendfarm
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Die
Umrüstung von einigen städtischen Fahrzeugen auf den Betrieb mit reinem
Pflanzenöl
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Die
Verhinderung der Beteiligung der Stadtwerke München an weiteren
klimaschädlichen Kohlekraftwerken durch entsprechende Stadtratsanträge und
unter Ankündigung eines Bürgerbegehrens
(www.muenchen-gegen-kohlekraft.de).
Wenn Sie mehr über unsere Arbeit im Stadtrat wissen möchten,
schauen Sie auf unsere Homepage
Dort können Sie viele unserer Pressemitteilungen nachlesen und
finden alle ödp Stadtratsanträge der letzten Jahre.
Wir wollen unsere Arbeit zum Wohl der Allgemeinheit fortsetzen.
Und deshalb bitten wir Sie: Schließen Sie sich uns an! Werden Sie aktives oder förderndes Mitglied der ödp und
unterstützen Sie uns bei der Stadtratswahl und bei den Bezirksausschusswahlen
am 2. März 2008. Sie zeigen damit Ihren Wunsch nach nachhaltiger, unabhängiger
und menschenfreundlicher Politik.
Und auch nach einer Politik ohne Korruption - denn anders als die
etablierten Parteien hat es sich die ödp per Satzungsbeschluss verboten,
Spenden von Konzernen und Unternehmen anzunehmen. Nur so kann Politik
unabhängig zum Wohle der Allgemeinheit handeln.
Es geht auch anders!
Es gibt keine 5-Prozent-Hürde -
jede Stimme für die ödp zählt!